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Kraftbaum


 

 

Weshalb ist bewusstes Verweilen in der Natur so gesund für uns?

Welche positiven Auswirkungen hat Waldbaden auf Körper, Geist und Seele?

Wie können wir umgeben von Waldluft unsere Achtsamkeit trainieren, Stress abbauen und unser Immunsystem stärken?

Diese und weitere Themen rund um die Natur & Gesundheit stehen im Mittelpunkt inspirierender Interviews. 

 

 

Apr 10, 2018

Sandra Knümann ist Diplompädagogin, Heilpraktikerin für Psychotherapie und Therapeutin für „Achtsamkeitsbasierte Naturtherapie“. Seit 25 Jahren begleitet sie Menschen in die Natur, um sie bei ihrer persönlichen Weiterentwicklung und seelischen Heilung zu unterstützen. In ihre Praxis kommen sowohl Menschen mit psychischen Störungen wie z.B. Depressionen und Angststörungen, als auch in Lebenskrisen, Burnout- oder Trauerprozessen. Die „Achtsamkeitsbasierte Naturtherapie“ hilft ihnen, mit ihrer inneren und der äußeren Natur wieder in Übereinstimmung zu kommen und so dauerhaft mehr Klarheit, Kraft und Lebensfreude zu gewinnen. Dabei versteht sich die „Achtsamkeitsbasierte Naturtherapie“ als eine Form der Psychotherapie, die die Praxis der Achtsamkeit mit dem psychotherapeutischen Potential des Naturerlebens verknüpft. Sandra Knümann schreibt einen Blog zum Thema und gibt Achtsamkeits- und Selbsterfahrungsseminare in der Natur. Für Therapeut*innen und Berater*innen bietet sie die berufsbegleitende Weiterbildung/ Ausbildung „Achtsamkeitsbasierte Naturtherapie“ an.

 

Elevator-Pitch: Eine kurze Begegnung, in der Du 10 Sekunden Zeit hast zu beschreiben was Du machst (in Bezug auf die Natur und Deine Arbeit).

Ich gehe mit Menschen raus, damit sie wieder in Kontakt mit der Natur kommen können – auch mit ihrer eigenen.

 

Was ist Deine ganz persönliche Verbindung mit dem Wald/der Natur?

Ich bin im Bergischen Land in Deutschland aufgewachsen – eine Gegend, die von sanften Hügeln und viel Wald geprägt ist. Schon als Kind habe ich am liebsten draußen gespielt, bin auf die hohen Kirschbäume in unserem Garten geklettert, habe Staudämme am Bach gebaut und Kaulquappen aufgezogen. Draußen fühlte ich mich frei und konnte ganz ich selbst sein. In den schwierigen Phasen meines Lebens ist der Frieden der Natur immer meine Rettung gewesen. Einige meiner prägendsten Erfahrungen habe ich in den Wäldern des Bergischen Landes, im norwegischen Fjell und während meiner Naturtherapie-Ausbildung im Allgäu gesammelt. Sowohl aus persönlichem Erleben, wie auch aus fachlicher Sicht habe ich erfahren, wie bedeutsam der Kontakt zur Natur für die Erhaltung und Wiederherstellung des seelischen Wohlbefindens ist.

 

Was hat Dich dazu bewegt, die Natur/den Wald mit in Dein berufliches Tun einfliessen zu lassen?

Diese Frage wird mir häufig gestellt und sie macht mich immer etwas ratlos. Denn es gab nie eine „Idee“ oder einen besonderen Moment der Motivation. Ich denke, ich habe einfach sehr früh das gefunden, was man eine „Vision“ oder „Lebensaufgabe“ nennt. Dieser Vision folge ich vertrauensvoll seit 25 Berufsjahren. Für mich ist dieser Beruf die vorerst letzte Station einer langen Reise, die mich schnurgerade, so scheint es mir heute, bis hierhergeführt hat. Wie ein grüner Faden zieht sich das Thema „Naturverbindung“ durch mein Leben, wobei es im Laufe der Jahre unterschiedliche berufliche Formen angenommen hat: Naturführerin, Naturerlebnis-Pädagogin, Naturtherapeutin – im Grunde habe ich nie etwas anderes getan als heilsame Beziehungen zur Natur zu stiften. Auch als Weiterbildungs- und Hochschuldozentin, Klinik-Therapeutin und Autorin steht die menschliche Naturbeziehung immer im Mittelpunkt meines Tuns.

 

Welche Personen möchtest Du mit Deinem Angebot ansprechen?

Ich spreche mit meinen Angeboten mehrere Zielgruppen an:

1. Menschen mit psychischen Störungen, die mittels Naturtherapie gesund werden wollen

2. Menschen mit Stress und Lebensproblemen, die sich mit Naturtherapie weiterentwickeln wollen

3. Naturliebhaber*innen, die ihre Beziehung zur Natur und sich selbst vertiefen wollen – auch um gesund zu bleiben

4. Professionelle, die mit einer Ausbildung in „Achtsamkeitsbasierter Naturtherapie“ ihre beruflichen Kompetenzen erweitern wollen.

 

Was möchtest Du den Personen, die Dich auf Deinen Natur- und Waldgängen begleiten mitgeben, beziehungsweise worin möchtest Du sie unterstützen?

Das hängt von ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen ab. Häufig geht es aber zunächst darum, das unmittelbare Erleben wiederzugewinnen und so jenseits von Konzepten und Vorstellungen wieder wirklich an der Lebensrealität teilnehmen zu können. Wir modernen Menschen sind oft so gefangen in unseren Vorstellungen von der Welt, dass wir blind für das wahre Leben sind. Dementsprechend sind wir auch schlecht angepasst an die Herausforderungen und berauben uns vieler Bewältigungsmöglichkeiten, während zugleich der Stress im Kopf anwächst. Mein Angebot zeichnet sich durch eine gewisse fachliche Nüchternheit aus. Ich reite nicht gerne auf der Welle der unkritischen Naturduselei und bin skeptisch gegenüber unbelegbaren Behauptungen. Mir ist es wichtig, dass alles, was ich Klient*innen anbiete, einer wissenschaftlichen Überprüfung standhält (philosophisch, psychologisch, naturwissenschaftlich).

 

Welchen Tipp kannst Du uns mit auf den Weg geben?

Achtsamkeit stärkt die Verbindung zur inneren und äußeren Natur. Daher empfehle ich sehr, sich mit Achtsamkeit zu beschäftigen, sie regelmäßig zu praktizieren und in dieser Haltung in den Wald zu gehen.

 

Buchempfehlung

Achtsamkeit in der Natur

Michael Huppertz & Verena Schatanek

https://amzn.to/2H3oYw0

  

Website 

https://www.pan-praxis.de

 

Kontaktdaten von Sandra Knümann

Praxis für Achtsamkeit und Naturtherapie

Zur Schweizer Höhe 9

D-53783 Eitorf