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Kraftbaum


 

 

Weshalb ist bewusstes Verweilen in der Natur so gesund für uns?

Welche positiven Auswirkungen hat Waldbaden auf Körper, Geist und Seele?

Wie können wir umgeben von Waldluft unsere Achtsamkeit trainieren, Stress abbauen und unser Immunsystem stärken?

Diese und weitere Themen rund um die Natur & Gesundheit stehen im Mittelpunkt inspirierender Interviews. 

 

 

Oct 4, 2018

Natur ist für Christina Margarete Uhlmann essentiell. Ihr innerer Kompass führte Sie schon immer hinaus in die Natur. Im Zustand der totalen körperlichen, geistigen und seelischen Erschöpfung vollbrachte die Natur an ihr das Wunder, sie wieder genesen zu lassen. Dies möchte sie in Zeiten zunehmenden Stresses gerne an andere Menschen weitergeben.
 
 
Elevator-Pitch: Eine kurze Begegnung, in der Du 10 Sekunden Zeit hast zu beschreiben was Du machst (in Bezug auf die Natur und Deine Arbeit).
Stress begegnen mittels Achtsamkeit in der Natur.
 
 
Wie ist Deine ganz persönliche Beziehung zur Natur/dem Wald?
Meine ersten Eindrücke überhaupt sind imposante Naturerinnerungen. Diese haben mich derart geprägt, dass ich in schweren Zeiten schon immer instinktiv die Natur aufgesucht habe. Als ich mich im Zustand der totalen Erschöpfung befand, wurde die Natur zu meiner großen Heilerin.
 
 
Hast Du einen Lieblingsplatz in der Natur und wie sieht dieser aus?
Ja, er befindet sich im Ort Lauenstein. Das ist in der Grenzregion von Frankenwald und Thüringer Wald. Über dem Ort thront eine
mittelalterliche Burg. Es gibt einen wildromantischen Weg durch den
Wald, der immer wieder von Felsformationen durchzogen ist. Unterhalb des Ortes verbreitert sich ein kleiner Bach und fließt über das Gestein. Man kann ihn über zwei Brücken überqueren. Obwohl der Ort von außerordentlicher Schönheit ist, trifft man dort selten Menschen an. Dort zieht es mich regelmäßig hin, wenn ich meine Akkus aufladen muss.
 
 
Gibt es ein Wald-/Naturerlebnis das Dich persönlich ganz besonders geprägt hat? Was ist es, dass Dich noch heute an diese Situation erinnert und was hast Du daraus für Dein Leben mitgenommen?
Wie bereits geschildert sind meine ersten Erinnerungen Naturerinnerungen. Es sind die dunklen Nadelwälder, aber auch das Geräusch des Baches, welches wohl großen Eindruck auf das Stadtkind Christina (Ich bin in Berlin geboren und habe dort bis zu meinem vierten Lebenjahr gelebt) machte. Meine Eltern waren dort, als ich noch klein war, im Frankenwald im Urlaub. Später zogen sie ganz in die Region. Wenn ich heute hier in den Wäldern unterwegs bin, kommen noch immer diese Gefühle, die in frühester Kindheit ihren Ursprung haben. Urgefühle, die mich beruhigen und in denen ich mich geborgen fühle.
 
 
In welchen Situationen suchst Du ganz bewusst den Wald auf?
Wenn ich erschöpft bin.
 

Was hat Dich dazu bewegt, die Natur/den Wald in Dein berufliches Tun einfliessen zu lassen?

Da ist einerseits mein Studium der Pädagogik und Neuesten Geschichte, durch das ich negative Entwicklungslinien (z.B. Naturentfremdung durch fortschreitende Industrialisierung etc.) verfolgte. Aber auch das erleben der aktuellen technischen Revolution mit ihren Belastungen für das Individuum, welche sich im Erleben von fast schon kollektiven Überforderungs-Syndromen Bahn bricht. Ich betreue ebenfalls Menschen mit psychischen Erkrankungen sozialpädagogisch. Im Zusammenhang mit dieser Tätigkeit bin ich Personen begegnet, die von ihren Arbeitgebern regelrecht verbraucht und weggeworfen wurden. Nach meiner eigenen Genesung aus einer stressinduzierten Erkrankung,
formte sich in mir mehr und mehr der Wunsch, anderen Menschen mit Methoden der Naturtherapie und Achtsamkeit, den Maßnahmen, die mir geholfen hatten, hilfreich zur Seite zu stehen. Ich empfinde mich aber auch als Sprachrohr. Gerne möchte ich der Wirtschaft vermitteln, welche Gefahren lauern, wenn man Menschen verheizt. Niemandem ist damit gedient, auch nicht den Firmen, die zunächst zwar erst mal einen finanziellen Vorteil sehen. Langfristig zahlt sich diese Denkweise aber auch für die Wirtschaft nicht aus. So zwingt zum Beispiel der demographische Wandel, in dessen Zuge die Firmen bereits heute einen Fachkräftemangel beklagen, zum Umdenken. Hier ist es mein Wunsch, genuine Bedürfnisse von Menschen herauszustreichen und Methoden aufzuzeigen, mit deren Hilfe sie, in einem häufig von Stress, geprägten (Berufs-) Alltag, besser klar kommen können.

 

Wie sieht Deine Zielgruppe aus? 

Mit meinen Fortbildungen möchte ich pädagogisch Tätige (Erzieherinnen, Sozialpädagoginnen, Lehrer...)ansprechen. Aber auch Firmen, die Maßnahmen im Bereich Stressmanagement durchführen wollen, sowie Privatpersonen, die in eine Krise oder Umbruchsituation stecken, oder Wege suchen, mit einer Krankheit zu leben. 

Die Natur urteilt nicht, sie heißt jeden in seinem So-Sein willkommen. Das ist wichtig, wenn man sich fragmentiert und unzulänglich fühlt. Zudem hält sie Substanzen (Z.B. Terpene) bereit, die ja auch erwiesenermaßen hilfreich sind.

 

Was möchtest Du den Personen, die Dich auf Deinem Natur- und Waldgängen begleiten mitgeben, beziehungsweise worin möchtest Du sie unterstützen?

Zuerst mal, dass weniger oft mehr sein kann. Wer in seinen paar Tagen Urlaub sofort ans andere Ende der Welt jettet, sich einem Kulturprogramm unterwirft, welches einem die Schweißperlen auf die Stirn treibt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er nach dem Urlaub gestresster ist als vorher. Auch möchte ich die Aufmerksamkeit auf die, vermeintlich, kleinen Sensationen lenken, die sich auf dem Quadratmeter Erde vor unseren Füßen abspielen können, wenn wir nur unsere Sinne darauf richten. Tiefe Entspannung inklusive!

 

Hast Du einen Tipp wie wir unsere Gesundheit mit einem Natur-/Waldbesuch besonders stärken können?

Primär: Einfach "Sein". Die Bewegung in der Natur. Öfters mal in der Natur entschleunigen.

 

Was liegt dir noch auf dem Herzen, das Du uns mit auf den Weg geben möchtest?

Viele Probleme liegen heute in einem Natur-Defizit-Syndrom (R.Louv) begründet. Oft schweifen die Menschen weit um Hilfe zu finden. Dabei übersehen sie häufig etwas, was so nahe liegt: die Natur.

 

Deine Buchempfehlung:

Mit der Wildnis verbunden. Kraft schöpfen, Heilung finden, Susanne Fischer-Rizzi

 

Hast Du ein eigenes Buch oder ein weiteres Online-Angebot?

Trias Ambulante Sozialarbeit, Ambulant Betreutes Einzelwohnen, das ist eine aufsuchende Hilfe, primär in den Regionen Kronach, Lichtenfels, Coburg, Kulmbach.

www.trias-ambulante-sozialarbeit(Punkt)jimdo(Punkt)com.

Auch hier fließen Methoden der Achtsamkeit und Naturpädagogik mit ein, wenn wir mit Menschen mit Schizophrenie, Depression, Angststörungen etc. arbeiten.

 

Website

https://www.natur-und-achtsamkeit.de

 

Kontaktdaten

kontakt(at)natur-und-achtsamkeit(Punkt)de
Telefon 0176/34584232